Am 16. Febr. 2022 besuchten 18 Mitglieder von plus/minus 60 aktiv e.V. die Ausstellung im Ludwig Museum Koblenz des chinesischen Künstlers Chen Zhiguang. Der 1983 in Xiamen geborene Chen Zhiguang ist einer der renommiertesten Bildhauer und Installationskünstler Chinas.

Äußerlich handelt seine Kunst von Ameisen und uralten Bäumen, beides wichtige Themen der traditionellen chinesischen Philosophie. Doch nach längerer Betrachtung seiner Arbeiten wird deutlich, dass Chen Zhiguang in seiner Kunst gleichsam eine Parabel für das Leben im Staat erschafft. Seine Ameisenskulpturen lässt er ganze Räume besetzen. Scheinbar in einem nie versiegenden Fluss und ständiger Bewegung begriffen, krabbeln sie über jedes Hindernis hinweg. Als Ameisenhaufen wirken sie auf den Betrachtenden bedrohlich, fast alptraumhaft.

Seine Ameisen stehen hier symbolisch und physisch erfahrbar für die Stärke der Gemeinwirtschaft, die nur entstehen kann, weil das Individuum an sich kaum eine Rolle spielt.

Auch die Darstellungen von knorrigen, alten Baumstämmen, die bei Chen Zhiguang sowohl als Malerei, Aquarell und Skulptur formuliert sind, versinnbildlichen die Verbindung mit der Natur (Quelle Pressebericht Ludwig Museum).

Wie es der Künstler in seinen eigenen Worten sagt:

„Es ist bekannt, dass Ameisen Ameisen sind, die in Ameisennestern leben. Sie sind winzig und verbergen ihr Geschlecht, ihre Gesichtszüge und vielleicht ihre geistige Welt, um eine riesige Welt zu konstruieren, die fast jeden Winkel der Erde einnimmt. Sie akzeptieren ihren Status und fügen sich in ihre eigene Identität, von der sie annehmen, dass sie ihnen vorbestimmt ist. Sie suchen, patrouillieren, wandern und pflegen ihre Nester und ihre Angehörigen. Ameisen wiederholen diesen Lebensprozess, setzen ihre Vitalität dauerhaft fort und erweitern ihr Territorium unendlich. Solch extremes Durchhaltevermögen wird nicht selten als „dumm“ bezeichnet. Vielleicht ist es aber gerade diese Beharrlichkeit, die Ameisen antreibt und dafür sorgt, dass ihre Bewegung auf der Erde endlos ist – diese unaufhaltsame und disziplinierte Ameisenarmee, die eines Tages mit Sicherheit jedes Hindernis überwinden wird.“

Die Führung war sehr informativ, die Teilnehmer waren von der Ausstellung angetan.

Anm.: Die Ausstellung ist noch bis zum 14. April 2022 zu besichtigen.